| Strassen und bezirke | Strassen des alten Simbirsk | |
Die architektonische Gestalt von Simbirsk begann sich nach dem Brand 1864 herauszubilden. Nach dem Wiederaufbau der Stadt, am 10.September 1887, wurde ein neuer Plan von Simbirsk genehmigt. Dem Plan nach wurden die Stadtgrenzen zum Norden erweitert, neue Boulevards und Gärten geplant, Friedhöfe aus dem Stadtgebiet weggeschaffen. Die erste Grünanlage in Simbirsk wurde auf dem Karamsin-Platz abgelegt, wo noch in 1845 wurde das Denkmal an den grossen russischen Historiker gesetzt. Danach wurden zwei Gärten abgelegt: der Wladimirskij (jetzt der J.M.Sswerdlow-Park) und der Nikolaewskij, um die Nikolaewskij Kathedrale herum. Der westliche Teil dieses Gartens wurde dem Gymnasium zur Verfügung gestellt. Es stellte sich heraus, das es bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts in Simbirsk keine Strassennamen gab. Jedenfalls waren sie mit dem Gesetz nicht fixiert. Erst nach dem Brand im Jahre 1864 und der Genehmigung des Stadtplans im Jahre 1866 wurde es angeordnet, «anzufertigen und an zuständige Stellen Schilder anzuschlagen, die Strassen- und Plätzebezeichnungen bedeuten».
In jener Zeit konnte man die Stadt in drei Teile einteilen, die sich voneinander stark unterschieden, und zwar: einen adeligen, einen kaufmännischen und einen kleinbürgerlichen Teil. Der beste und der reichste Teil war, natürlich, der adelige Teil. Er umfasste den Raum zwischen der Werchnjaja Naberezhnaja Strasse und der Bolschaja Ssaratowskaja Strasse, sowie die Moskowskaja, Pokrowskaja und Lisinaja Strassen.
Den Handelsteil der Stadt bildeten: ein Teil der Bolschaja Ssaratowskaja Strasse, wo der Gostinij Dwor lag und Gegend jenseits des Flusses Simbirka, die zwei grosse Plätze — den Basarnaja Plazt und den Jarmarotschnaja Platz — einschloss. In diesem Teil war der Stadthandel konzentriert, ebenda lebte der grösste Teil der Kaufmannschaft. Die Bolschaja Ssaratowskaja begann von der sogennanten Baranja Slobodka (so nannte man einst den Anfang der Minaew-Strasse sowie den Platz, wo heute das Ehrenmal an Uljanowsker, die im Grossen Vaterländischen Krieg gefallen waren, errichtet ist). Hier, unter allem Übrigen, stand das Theater, welches, nach Schriftsteller W.Ssologubs Worten, «nicht gross, aber klug gebaut ist; zwei Logenreihen, das Parkett, Plätze hinter den Sesseln — alles ist sauber». Die Bolschaja Soldatskaja Strasse (jetzt — die Minaew-Strasse) wurde so genannt, weil die ersten Siedler hier Soldaten waren, die Landstücke bekommen hatten, welche den Hang bis zum Sswijazhskij Teich hinunterkamen. In einer eingeschossigen unansehnlichen Bebauung existierte diese Strasse bis zum Jahre 1965. Den kleinbürgerlichen, den armsten Teil der Stadt bildeten die Stadtränder: «Backsteinscheunen» im Norden, im Westen — die Bolschaja und Malaja Konnaja und andere Strassen, die an die Sswijaga angrenzten, im Süden — die Vorstadt «Tut’», im Osten — der untenliegende Stadtteil.
In 1836 empfingen die Städterrepräsentanten am Stadttor jenseits der Sswijaga Nikolaj den Ersten. Der harte Imperator sollte vom feierlichen Empfang sehr gerührt sein. Alle Städter, vor allem die Bewohner der Mosskowskaja-Strasse, erinnerten sich, wie der Zar die ganze Strasse bis zum Stadtzentrum zu Fuss zurückgelegt hatte. Wie übrige Strassen, geriet die Moskowskaja Strasse von Zeit zu Zeit in Brand. In 1864 brannte der obere Teil der Strasse, neben der Owrazhnij Gasse, nieder. Eine neue Epoche in der Geschichte von der Staraja Mosskowskaja Strasse war mit der Umzug der Familie Uljanow hierher verbunden.
Die Mosskowskaja entlang standen Pfosten mit Leitungdraht, funktionierte eine Telegrafenleitung. Die Mosskowskaja Strasse ging von der Sswijaga hinauf. Links war die Senke des Flusses Simbirka zu sehen, und an seinem anderen Ufer war die Bolschaja Konnaja Strasse, die nach dem Jarmarotschnaja Platz führte. Um den Jarmarotschnaja Platz herum lag der grösste Teil der Gasthöfe, Hotels, Schenken von Simbirsk. Zeiten vergingen, aber die Bewohner waren nach wie vor auf ihre Strasse stolz: «die Mosskowskaja ist keine Sastennaja, Sirotskaja, Schatalnaja oder, Gott bewahre, Hundegasse». Es sind viele Jahrzehnte vergangen, und auf der Lenin-Strasse fand das Gedenkschongebiet seinen Platz. Seine zahlreichen Museen erinnern uns an Alteingesessenen der Strasse, an ihrem Alltag und ihrem Leben. |
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